
Eine der wirksamsten und beliebtesten Lösungen der modernen Zahnmedizin sind Implantate. Doch Bedenken hinsichtlich möglicher Probleme mit den Nebenhöhlen sind aufgekommen und werfen Fragen auf. Sehr häufig geht es dabei um die Möglichkeit einer Nebenhöhlenentzündung nach Zahnimplantaten. Vielleicht fragen Sie sich gerade „Können Zahnimplantate Nebenhöhlenprobleme verursachen?“. Lassen Sie sich aber nicht davon täuschen, dass dieses Thema bei vielen Patienten Neugier weckt. Denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass Sie nach Zahnimplantaten tatsächlich Nebenhöhlenprobleme bekommen.
Dennoch möchten wir Sie aufklären und auch diese Möglichkeit beleuchten. Ihr Oberkiefer und Ihre Nebenhöhlen liegen nahe beieinander. Daher besteht vor allem bei Implantaten im Oberkiefer das Risiko, dass diese in die Kieferhöhle hineinreichen und dort Probleme verursachen. Dies kann wiederum zu Nebenhöhlenproblemen nach Zahnimplantaten führen.
5 mögliche Nebenhöhlenprobleme, die nach Zahnimplantaten auftreten können
Nach dem Einsetzen Ihrer Zahnimplantate freuen Sie sich darauf, möglichst schnell zu heilen und Ihre brandneuen Zähne zu nutzen. Wenn Sie jedoch mit der Zeit bemerken, dass etwas nicht stimmt, konzentrieren Sie sich auf das Problem, anstatt sich sofort zu große Sorgen zu machen. Denn möglicherweise handelt es sich um verschiedene mögliche Erkrankungen der Nebenhöhlen. Und was bringt es Ihnen, wenn Sie die Unterschiede bei Nebenhöhlenproblemen nach Zahnimplantaten erkennen können? Auf diese Weise werden eine frühzeitige Diagnose, eine gezielte Behandlung und ein angenehmer Behandlungsverlauf ermöglicht. Damit Sie all das nutzen können, werfen wir einen genaueren Blick auf 5 mögliche Nebenhöhlenprobleme nach Zahnimplantaten.
Nebenhöhlenentzündung
Eingriffe mit Oberkieferimplantaten können manchmal eine Verbindung zwischen der Kieferhöhle und der Mundhöhle öffnen. Genau das ist die Sinusperforation, die bei Nebenhöhlenentzündungen eine Rolle spielt. Mit anderen Worten: Eine Nebenhöhlenentzündung entsteht, wenn sich die Kieferhöhle, die nahe am Oberkieferknochen liegt, entzündet. Wenn Sie sich also gefragt haben, ob Zahnimplantate Nebenhöhlenprobleme verursachen können, lautet die Antwort: Ja, das ist möglich. Eine solche Entzündung geht mit bestimmten Symptomen einher. Sie können eine verstopfte Nase, Schmerzen im Gesicht und einen Druck im Bereich der Nebenhöhlen verspüren. Möglicherweise leiden Sie auch unter dumpfen und anhaltenden Kopfschmerzen in der Stirn, die sich vor allem beim Vorbeugen verschlimmern können.
All das müssen Sie jedoch gar nicht durchmachen. Denn eine geeignete antibiotische Behandlung vor und nach dem chirurgischen Eingriff kann Ihnen helfen, der Infektion vorzubeugen und sie auszuheilen.
Knochendichte
Wenn auch recht selten, gibt es Fälle, in denen sich eine Entzündung gleichzeitig in allen Nasennebenhöhlen bilden kann. Die Nasennebenhöhlen sind alle Hohlräume in den Knochen rund um die Nase, die mit den Nasengängen verbunden sind. Dies wird als Pansinusitis bezeichnet. Wenn eine Pansinusitis fortschreitet, kann Ihr Oberkieferknochen in Mitleidenschaft gezogen werden und sich eine Osteomyelitis entwickeln. Das bedeutet im Wortsinn, dass Ihr Knochen infiziert ist. Die beiden häufigsten Ursachen einer Osteomyelitis des Oberkiefers sind eine Zahninfektion und eine Sinusitis. Kurz gesagt können all diese Zustände zu einem Knochenabbau im Oberkieferknochen führen und so die Knochendichte beeinträchtigen.
Sollte dies eintreten, muss Ihr Implantat zunächst entfernt werden. Anschließend kann Ihr Oralchirurg einen Knochenaufbau durchführen, um die Knochendichte wiederherzustellen und so eine stabilere Grundlage für das Implantat zu schaffen.
Das Implantat verwächst nicht mit dem Kieferknochen
Ein weiteres Nebenhöhlenproblem, das aus einem Verlust der Knochendichte entstehen kann, ist eine gestörte Verwachsung des Implantats mit Ihrem Kieferknochen. Dies geschieht, wenn eine chronische Sinusitis zu einem Verlust der Knochendichte im Oberkiefer führt. Denken Sie daran: In diesem Knochen sitzen Ihre Oberkieferimplantate. Falls Sie vor dem Eingriff nicht über ausreichend Knochendichte verfügen, kümmert sich Ihr Oralchirurg in der Regel vor dem Implantateingriff darum, indem er einen Sinuslift oder einen Knochenaufbau durchführt. Wird Ihr Knochen jedoch nach dem Implantateingriff infolge einer bakteriellen Infektion geschädigt, ist ein Implantatverlust möglich. Auch hier benötigen Sie dann einen Knochenaufbau oder eine ähnliche Behandlung, die auf eine ausreichende Knochendichte abzielt.
Schädigung des umliegenden Gewebes
Auch wenn es nahezu ausgeschlossen ist, kann ein Oralchirurg während des Eingriffs versehentlich Ihre Kieferhöhlenschleimhaut verletzen. Und wie in anderen Fällen führt eine solche Schädigung zu einer Sinusitis. Um dies von vornherein zu vermeiden, sollten Sie ausreichend recherchieren und einen erfahrenen Zahnarzt wählen. Jede Verletzung der Schleimhaut ermöglicht es Bakterien, leicht in Ihre Kieferhöhle einzudringen und dort eine Infektion auszulösen. Je länger dieses Problem ignoriert wird, desto schwerwiegender wird es. So kann sich die Infektion auf benachbarte Bereiche wie die Nasengänge oder Ohren ausbreiten und weitere Gewebeschäden verursachen.
Antibiotika können eingesetzt werden, um die Ausbreitung zu verhindern oder zu behandeln. Wenn auch das nicht hilft, ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Eine weitere Behandlungsmethode ist das Anbringen von synthetischen Gewebeklebern und Tamponaden an der Nasenwand. Dies unterstützt den natürlichen Heilungsprozess.
Nervenschädigung
Eine Nervenschädigung ist ein weiteres Problem, das zu den Nebenhöhlenproblemen nach Zahnimplantateingriffen gezählt wird. Während der Implantatoperation können die Nerven, die für das Gefühl in den Nebenhöhlen verantwortlich sind, geschädigt werden. Besonders betroffen ist der Nervus infraorbitalis. Jede Verletzung dieses Nervs kann Ihnen erhebliche Beschwerden bereiten. Denn dadurch können Druck in den Nebenhöhlen, Gesichtsschmerzen, Taubheitsgefühl und ein Kribbeln auftreten.
Um dies zu verhindern, sollten Oralchirurgen während des Eingriffs besonders vorsichtig vorgehen. Auch hier wird deutlich, wie entscheidend es ist, einen geschickten und erfahrenen Oralchirurgen zu wählen, der diese Sorgfalt gewährleisten kann. Nehmen wir aber an, der Schaden ist bereits entstanden. Welche Behandlungsmethoden gibt es dann? Bei frühzeitiger Behandlung wird das Implantat entfernt und das Operationsgebiet gereinigt. Auch eine medikamentöse Therapie ist eine mögliche Behandlungsoption. Schwere Fälle erfordern jedoch eine Operation, die von einem Mikroneurochirurgen durchgeführt wird.
Was tun, wenn Probleme auftreten
Das Erste, was Sie tun sollten, ist, Ihren Zahnarzt zu konsultieren, um die Ursache Ihrer Nebenhöhlenprobleme zu klären und eine angemessene Beratung zu erhalten. Falls Ihr Zahnarzt Schwierigkeiten hat, die Ursache des Problems zu finden, überweist er Sie an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt). Es werden Röntgenaufnahmen und CT-Aufnahmen angefertigt, sodass sich Ihre Nebenhöhlenprobleme nach Zahnimplantaten, falls vorhanden, feststellen lassen.
Danach setzen geeignete Behandlungen an der Infektion an, und Sie müssen Antibiotika einnehmen, um sie zu beheben. Welches Antibiotikum Sie erhalten, hängt jedoch von Art und Schwere der Infektion ab. Außerdem ist es entscheidend, dass Sie auf eine Selbstmedikation verzichten. Schmerzmittel, Kochsalzlösungen, eine Nasendusche, antibakterielle Mundspülungen oder kortikosteroidhaltige Nasensprays dürfen Sie jedoch verwenden, um Beschwerden zu lindern.
In schweren Fällen wirken diese Behandlungen leider nicht. In einem schwerwiegenderen Fall ist es zum Beispiel möglich, dass sich ein Implantat in Richtung Ihrer Kieferhöhle verschiebt. Daher kann es notwendig sein, Zahnimplantate zu entfernen, die in die Höhle eindringen. Eine weitere Behandlung ist die funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie, und die gute Nachricht ist, dass es sich nicht um einen invasiven Eingriff handelt. Sie geht direkt gegen Nebenhöhlenentzündungen vor. Darüber hinaus hilft sie auch, Infektionen auszuheilen, die durch einen Sinuslift und einen Knochenaufbau entstehen, der zur Unterstützung des Kieferhöhlenknochens nötig sein kann.
Hausmittel, die Ihre Beschwerden lindern
So wichtig es ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, gibt es auch mehrere Hausmittel, die Ihre Nebenhöhlenbeschwerden lindern können. Die erste Möglichkeit ist die Verwendung einer Kochsalzlösung. Indem Sie mit einer Mischung aus Wasser und Salz Ihre Nasengänge reinigen, können Sie überschüssigen Schleim und Bakterien entfernen. Dafür können Sie auch eine Nasendusche verwenden. Diese verringern die Entzündung und erleichtern den Abfluss aus den Nebenhöhlen. Eine weitere Lösung, die bei Schleimproblemen helfen kann, sind schleimlösende Mittel. Achten Sie außerdem darauf, viel Wasser zu trinken, da dies den Schleim verflüssigt. Das letzte Hausmittel gegen Nebenhöhlenbeschwerden nach Zahnimplantaten, das wir empfehlen können, ist das Auflegen einer warmen Kompresse auf den Stirnbereich. Das hilft auf jeden Fall bei verstopften Nebenhöhlen und fördert die Durchblutung in diesem Bereich.
Treffen Sie diese 6 Vorsichtsmaßnahmen, um Nebenhöhlenprobleme zu vermeiden
Niemand möchte sich nach Zahnimplantaten mit Nebenhöhlenproblemen herumschlagen. Das kann das gesamte Erlebnis wirklich trüben und einen Teil der Vorfreude nehmen. Daher ist jetzt der perfekte Moment, die Sache in die Hand zu nehmen und dafür zu sorgen, dass alles reibungslos verläuft! Es gibt einige einfache Schritte, die Sie vor und nach dem Implantateingriff unternehmen können, um Nebenhöhlenproblemen vorzubeugen.
Beachten Sie diese 6 Tipps, um möglichen Nebenhöhlenproblemen vorzubeugen:
Wählen Sie einen erfahrenen Zahnarzt
Es ist eine Tatsache, dass jeder zahnärztliche Eingriff Fachwissen erfordert. Wenn es jedoch um Implantate geht, vor allem im Oberkiefer, ist es klug, einen Oralchirurgen zu wählen, der bereits Erfahrung mit Komplikationen an den Nebenhöhlen hat. So schließen Sie jede Möglichkeit potenzieller Komplikationen aus. Denn ein erfahrener Chirurg berücksichtigt den Zustand Ihrer Nebenhöhlen, bevor er irgendeinen Eingriff vornimmt. Ist die Position des Implantats nicht optimal, können Ihre Kieferhöhlen in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher ist es entscheidend, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Einfach gesagt: Ein erfahrener Zahnarzt ist in der Lage, ein erfolgreiches und langlebiges Zahnimplantat für Sie zu schaffen.
Befolgen Sie die Anweisungen für die Zeit nach der Operation
Oralchirurgen geben Ihnen nach Ihrer Implantatoperation stets die notwendigen Anweisungen. Selbstverständlich müssen Sie diese sorgfältig befolgen, um jegliche Nebenhöhlenprobleme zu vermeiden. Solange Sie diese Anweisungen befolgen, werden in Ihrem Kopf keine Fragen wie „Können Zahnimplantate Nebenhöhlenprobleme verursachen?“ aufkommen. Denn man erstellt für Sie eine spezielle Anleitung, sei es zu verschriebenen Medikamenten oder zu einigen Tipps für die Mundhygiene. Wenn Sie bereits zuvor mit Nebenhöhlenproblemen zu tun hatten, ist es für Sie umso wichtiger, diese Anweisungen für die Zeit nach der Operation zu befolgen.
Vermeiden Sie kräftiges Naseputzen, Niesen oder Husten
Wenn Sie sich unmittelbar nach dem Implantateingriff kräftig die Nase putzen, kann das Ihre Nebenhöhlen beeinträchtigen, da dadurch übermäßiger Druck auf das Operationsgebiet entsteht. Niesen oder Husten kann dasselbe Problem verursachen. Dadurch kann sich Ihr Heilungsprozess verlangsamen und es können Nebenhöhlenprobleme entstehen.
Wenn Sie Ihre Nase frei bekommen müssen, versuchen Sie, dies so sanft wie möglich zu tun, oder erwägen Sie die Verwendung von kochsalzhaltigen Nasensprays, um Ihre Nasengänge feucht zu halten. Und nach Ihrer Operation können Sie Antihistaminika verwenden, um Niesen oder Husten zu vermeiden. Diese Art von Medikamenten verhindert allergische Auslöser während der entscheidenden Heilungsphase.
Verzichten Sie auf das Rauchen
Es ist erwiesen, dass Rauchen den Heilungsprozess stört und zu Nebenhöhlenproblemen nach Zahnimplantaten führt. Das liegt daran, dass Rauchen Ihre Blutzirkulation verlangsamt und es so dem Operationsgebiet erschwert, zu heilen. Daher sollten Sie zum Wohle Ihrer allgemeinen und Ihrer Mundgesundheit so bald wie möglich mit dem Rauchen aufhören. Selbst wenn Ihnen das Aufhören schwerfällt, verringern Sie Ihr Risiko für Nebenhöhlenprobleme, indem Sie nach dem Einsetzen Ihrer Implantate mindestens 1-2 Wochen mit dem Rauchen warten.
Achten Sie auf eine gute Mundhygiene
Eine gute Mundhygiene ist in Ihrem ganz normalen Alltag ein Muss, selbst wenn Sie keinen Eingriff durchlaufen. Dadurch schützen Sie auch Ihre Zahngesundheit. Sorgen Sie also für eine gute Mundhygiene, um Infektionen vorzubeugen, die nach der Implantatoperation die Nebenhöhlen beeinträchtigen könnten. Befolgen Sie dazu den Rat Ihres Zahnarztes, um die richtigen Techniken für das tägliche Zähneputzen, die Mundspülung und die Zahnseide zu erlernen. Man teilt Ihnen mit, welche Mundspülung oder antiseptische Lösung Sie verwenden sollten.
Nehmen Sie Nachsorgetermine wahr
Nach Ihrer Implantatoperation bieten Ihnen Zahnkliniken Nachsorgetermine an, um zu prüfen, wie die Heilung verläuft. Dank regelmäßiger Kontrollen kann Ihr Zahnarzt den Heilungsprozess verfolgen und mögliche Probleme erkennen. Bei diesen Terminen können Sie Ihrem Zahnarzt außerdem mitteilen, ob Sie Nebenhöhlenprobleme haben. Wenn Sie Ihre regelmäßigen Kontrolltermine wahrnehmen, erreichen Sie im Handumdrehen ein schönes Lächeln.
Habib A, Sivaji N, Ashraf T. Maxillary Osteomyelitis: A Rare Entity. Case Reports in Otolaryngology. 2016;2016:1-3. doi:https://doi.org/10.1155/2016/9723806
Felisati G, Lozza P, Chiapasco M, Borloni R. Endoscopic removal of an unusual foreign body in the sphenoid sinus: an oral implant. Clinical Oral Implants Research. 2007;18(6):776-780. doi:https://doi.org/10.1111/j.1600-0501.2007.01409.x
Chiapasco M, Felisati G, Zaniboni M, Pipolo C, Borloni R, Lozza P. The treatment of sinusitis following maxillary sinus grafting with the association of functional endoscopic sinus surgery (FESS) and an intra-oral approach. Clinical Oral Implants Research. 2012;24(6):623-629. doi:https://doi.org/10.1111/j.1600-0501.2012.02440.x
Barry CP, Ryan CDavid. Osteomyelitis of the maxilla secondary to osteopetrosis: Report of a case. Oral Surgery, Oral Medicine, Oral Pathology, Oral Radiology, and Endodontology. 2003;95(1):12-15. doi:https://doi.org/10.1067/moe.2003.25


