
Zahnimplantate sind wirklich großartige restaurative Verfahren. Doch wie bei jedem chirurgischen zahnärztlichen Eingriff gibt es auch bei Implantatbehandlungen einige mögliche Komplikationen. Eine davon ist eine Kieferhöhlenentzündung nach Zahnimplantaten, auch Sinusitis maxillaris genannt. Was könnte sie also auslösen?
Wir alle haben eine Kieferhöhle im Oberkiefer. Wenn Bakterien oder andere Mikroorganismen vom Implantat in die Nasenhöhle gelangen, kann das eine Infektion verursachen. Dadurch können sie auch den Erfolg der Implantateinheilung beeinträchtigen. Wenn Sie die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten kennen, können Sie das Risiko einer Kieferhöhlenentzündung durch ein Zahnimplantat minimieren. Ohne weitere Zeit zu verlieren, wollen wir einige Unklarheiten rund um Kieferhöhlenentzündungen und Zahnimplantate aus dem Weg räumen!
Führen Zahnimplantate zu einer Kieferhöhlenentzündung?
Zahnimplantate selbst verursachen nicht direkt Infektionen. Aber wenn Sie sich fragen, ob Kieferhöhlenentzündungen von Zahnimplantaten kommen, lautet die Antwort: ja, in manchen Fällen. Besonders bei Implantaten, die im Oberkiefer nahe den Kieferhöhlen gesetzt werden. Es kann passieren, dass während oder nach der Implantatoperation Umstände eintreten, die mitunter zu Infektionen führen. So kann beispielsweise Ihre Kieferhöhlenmembran während des Eingriffs versehentlich verletzt werden, wenn der Zahnchirurg nicht sorgfältig genug vorgeht. Und eine Studie zeigt sogar, dass Implantate in der Nähe der Kieferhöhle, die nach dem Eingriff nicht gut einheilen, einen Weg von Ihrer Mundhöhle zu den Kieferhöhlen schaffen können.
Dies sind einige verschiedene Wege, auf denen Mikroorganismen aus unserem Mund in die Kieferhöhle eindringen und dort eine bakterielle Infektion verursachen können. Aber lassen Sie sich davon nicht beunruhigen, denn die Wahrscheinlichkeit, so etwas zu erleben, ist sehr gering, da die meisten Zahnchirurgen auf eine korrekte Platzierung des Zahnimplantats achten.
Bringt eine Kieferhöhlenentzündung Risikofaktoren mit sich?
Eine Kieferhöhlenentzündung nach Zahnimplantaten kann unbehandelt eine Reihe von Risikofaktoren mit sich bringen. Zu diesen Faktoren zählen die Sinusitis maxillaris, die Periimplantitis, der Knochenabbau und schließlich der Implantatverlust. Wie genau entstehen also diese infektionsbedingten Risikofaktoren?
Die chronische Sinusitis, von der Sie vielleicht schon gehört haben, kann selbst dann auftreten, wenn Sie gar keine Implantate haben. Wenn Sie jedoch tatsächlich ein Implantat haben und eine Infektion vorliegt, kann dies zu einer Entzündung in den Kieferhöhlen führen. Das Ergebnis ist eine Sinusitis maxillaris. Und nehmen wir an, die Infektion hat sich ausgebreitet – was passiert dann? Nun, dann kommt ein weiterer Risikofaktor ins Spiel: die Periimplantitis. Sie tritt offenbar dann auf, wenn die betreffende Infektion das Gewebe rund um das Implantat befällt. Halten Sie das nicht für eine Kleinigkeit, denn wenn Sie es ignorieren, kann es zu vielen Problemen führen, sogar zu Knochenabbau.
Bei einer schweren und wiederkehrenden Infektion ist es wichtig, auf die Symptome zu achten und das Notwendige zu tun. Denn dies untergräbt die Stabilität Ihres Implantats. Und letztlich sind das durchaus berechtigte Gründe für einen Implantatverlust. Und niemand möchte eine Implantatentfernung erleben, da sie ziemlich beunruhigend sein kann.
Woran erkennen Sie eine Kieferhöhlenentzündung?
Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass eine Kieferhöhlenentzündung vorliegt. Wenn Sie Schmerzen oder Druck an den Wangen, der Stirn oder dem Augenbereich verspüren, zeigen Sie möglicherweise die häufigsten Symptome. Darüber hinaus können Kopfschmerzen auftreten, besonders im Stirnbereich.
Eine verstopfte Nase bedeutet nicht immer, dass Sie ein Problem mit Ihrem Zahnimplantat haben. Auch wenn wir krank sind, können Kieferhöhlenbeschwerden auftreten. Doch eine verstopfte Nase nach Zahnimplantaten in Verbindung mit einem übelriechenden Nasensekret kann vieles erklären. Im Zuge dieser Nasenverstopfung können Ihr Geruchs- und Geschmackssinn abgestumpft wirken. Genau wie wenn Sie krank sind. Und schließlich kann diese Entzündung einen postnasalen Schleimfluss verursachen. Das Gefühl von zähem Schleim ist auch die beste Erklärung für anhaltenden Husten, Halsschmerzen oder ein Druckgefühl in den Ohren.
Wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Behandlung einer Kieferhöhlenentzündung
Wenn Sie Symptome einer Kieferhöhlenentzündung durch ein Zahnimplantat bemerken, sollten Sie als Erstes Ihre Zahnklinik oder einen HNO-Facharzt aufsuchen. Mit einer frühen Diagnose und Behandlung können Sie weitere Probleme verhindern und sich leichter erholen. Nachdem Sie nun Ihren ersten Schritt kennen, wollen wir besprechen, wie wiederkehrende Kieferhöhlenentzündungen durch Zahnimplantate behandelt werden.
Bei der Behandlung einer Kieferhöhlenentzündung durch ein Zahnimplantat besteht das Hauptziel darin, die Symptome so weit wie möglich zu lindern, die Infektion zu beseitigen und den Abfluss aus der Kieferhöhle zu fördern. In den meisten Fällen wird Ihnen geraten, rezeptfreie Schmerzmittel, eine Nasendusche und warme Kompressen zu verwenden, um den Druck im Gesicht zu reduzieren. Doch diese Lösungen reichen nicht aus, da sie nur vorübergehend Linderung verschaffen – besonders bei einer komplexen Infektionssituation. In diesem Fall sollten Sie ein verschriebenes Antibiotikum einnehmen. Und lassen Sie sich für alle Fälle daran erinnern: Selbst wenn die Symptome verschwinden, sollten Sie die Einnahme Ihres Medikaments niemals vorzeitig abbrechen. Nur so lässt sich die Entzündung vollständig beseitigen.
In einigen recht seltenen Fällen können Oberkieferimplantate jedoch in die Nasenhöhle vordringen. Ihr Zahnchirurg kann dies durch bildgebende Verfahren erkennen und eine Behandlung danach planen, wie weit das Implantat dort hineinragt. Das Erste, was einem dabei in den Sinn kommt, ist natürlich die Implantatentfernung. Leider ist dies bei schweren Fällen eine invasive Behandlung. Laut einer Studie kann die Entfernung über die Mundhöhle jedoch das periimplantäre Stützgewebe negativ beeinflussen. In diesem Fall ist die teilweise Entfernung des apikalen Teils des Zahnimplantats eine deutlich weniger invasive Lösung.
6 Tipps zur Vorbeugung einer Kieferhöhlenentzündung für Sie!
Die einfachen Dinge in unserem Alltag können viel schwieriger werden, wenn Sie mit einer Infektion zu kämpfen haben. Besonders dann, wenn Sie eine Infektion haben, die Ihr Atemsystem betrifft, wie in diesem Fall. Eine verstopfte Nase und ihre Folgen machen einfache Dinge wie Atmen, Essen und Schlafen schwieriger. Aber Sie können trotzdem Ihr Bestes tun, um das Risiko zu minimieren. Hier sind also 6 Tipps, die Sie befolgen können, um das Risiko einer Kieferhöhlenentzündung durch ein Zahnimplantat zu minimieren:
Tipp #1 Befolgen Sie die postoperativen Anweisungen
Nach Ihrer Zahnimplantatoperation wird Ihnen Ihr Kieferchirurg einige Pflichten auferlegen. Diese postoperativen Anweisungen sind speziell auf Ihre Situation abgestimmt. Vor allem müssen Sie genau die von Ihrem Arzt verschriebene Menge an Medikamenten einnehmen. Andernfalls schaden Ihnen diese Mittel mehr, als dass sie nützen. Und falls Ihnen etwas Verdächtiges auffällt, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt, bevor Sie versuchen, es selbst in Ordnung zu bringen. Nicht zuletzt sollten Sie unbedingt zu Ihren Nachsorgeterminen gehen!
Tipp #2 Eine gute Mundhygiene aufrechterhalten
Eine angemessene Mundhygiene mit regelmäßigem Zähneputzen, Mundspülen und der Verwendung von Zahnseide kann helfen, Mundinfektionen vorzubeugen, die sich auf die Kieferhöhlen ausbreiten könnten, und so Kieferhöhlenproblemen vorbeugen. Sorgen Sie für eine geeignete, auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Mundhygieneroutine. Sie werden eine große Erleichterung für Ihr Kieferhöhlenproblem bemerken!
Tipp #3 Achten Sie auf eine richtige Nasenhygiene
Auch das regelmäßige Reinigen Ihrer Nasengänge hilft sehr. Dafür können Sie eine Nasendusche oder ein Nasenspülgerät verwenden. Damit reinigen Sie Ihre Nasenhöhle mit einer Kochsalzlösung. Sie hilft, eventuell in die Nasengänge eingedrungene Reizstoffe oder Bakterien zu entfernen. Falls Sie jedoch keine zur Hand haben, können Sie eine Kochsalzlösung auch zu Hause in Sekundenschnelle zubereiten. Mischen Sie einen halben Esslöffel nicht jodiertes Salz mit 250 ml destilliertem Wasser in einer Sprühflasche und schütteln Sie sie. Wie Sie sehen, ist sie ganz einfach und schnell selbst herzustellen.
Tipp #4 Vermeiden Sie das Rauchen
Mit dem Rauchen aufzuhören und verrauchte Umgebungen zu meiden, ist für die Gesundheit der Kieferhöhlen unerlässlich, da Rauchen die Nasengänge reizen und das Infektionsrisiko erhöhen kann. Und wenn Ihnen Ihre allgemeine Gesundheit am Herzen liegt, sollten Sie es zuallererst Ihrer Lunge zuliebe tun.
Tipp #5 Vermeiden Sie Allergene und Reizstoffe
Wenn Sie ohnehin schon Allergiker sind, können Pollen, Hausstaubmilben und starke Chemikalien ziemlich reizend wirken. Wenn Sie nach Zahnimplantaten solchen Situationen ausgesetzt sind, ist eine Entzündung wahrscheinlich. Um dies zu verhindern, können Sie Vorsichtsmaßnahmen treffen, etwa Luftreiniger verwenden, Fenster während der pollenreichen Jahreszeit geschlossen halten und beim Kontakt mit Reizstoffen eine Maske tragen.
Tipp #6 Trinken Sie ausreichend
Genug Wasser zu trinken ist das beste Geschenk, das Sie Ihrem Körper machen können. Natürlich hilft das auch, Ihre Nasengänge feucht zu halten, und es tut Ihrer verstopften Nase gut. Bitte vergessen Sie nicht, mindestens acht Gläser Wasser am Tag zu trinken. Wie W. H. Auden einst sagte: „Tausende haben ohne Liebe gelebt, nicht einer ohne Wasser.“
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